Roll- und Gleit-Tribometer

TWR-3000 Einblicke in die Tribologie an der Wälzfläche

Der TwinRoller-3000 ist ein hochmodernes Doppelwalzen-Tribometer, das für die Untersuchung von Traktion, Verschleiß und Rollkontaktermüdung (RCF) unter einer Vielzahl von Roll-Gleit-Bedingungen entwickelt wurde. Seine offene Plattformarchitektur bietet einfachen Zugang und Flexibilität für unterschiedliche Versuchsaufbauten. Das System verfügt über zwei drehmomentstarke, unabhängig voneinander gesteuerte Servomotoren, die eine präzise Regelung der Rollgeschwindigkeit und des Schlupfverhältnisses ermöglichen. Die Kontaktkraft wird über Elektroservoantriebe aufgebracht, wodurch eine stabile und genaue Laststeuerung gewährleistet ist. In Kombination mit vollautomatischen Prüfprogrammen und fortschrittlichen Steuerungen liefert der TwinRoller-3000 hochgradig wiederholbare, präzise und zuverlässige tribologische Messungen sowohl für Forschungs- als auch für industrielle Anwendungen.

HAUPTMERKMALE

Simulation von Roll- und Gleitbewegungen

Der TwinRoller-3000 bildet reine Roll-, reine Gleit- sowie Roll-Gleit-Bedingungen präzise nach und ermöglicht es Forschern somit, reale mechanische Kontaktverhältnisse nachzubilden, wie sie in Zahnrädern, Lagern und Antriebssystemen vorkommen. Die unabhängige Motorsteuerung ermöglicht eine präzise Einstellung des Schlupfverhältnisses und sorgt so für realistische tribologische Testbedingungen, die vereinfachte oder einmodale Testsysteme übertreffen.

Motoren mit hohem Drehmoment ermöglichen Tests unter hoher Belastung, mit hohem Drehmoment und bei hoher Drehzahl

Der TwinRoller-3000 ist mit Motorkonfigurationen für 220 sowie 308/480 V (Motoren von 3 bis 10 kW) erhältlich, die Tests bei sehr hohen Drehmomenten, hoher Belastung und hoher Drehzahl ermöglichen. Dadurch lassen sich Tests unter Bedingungen durchführen, die den realen Einsatzbedingungen sehr nahe kommen.

Flexible und offene Probenarchitektur für große Probenumfänge

Der TwinRoller-3000 ermöglicht die einfache Montage verschiedener Rollendurchmesser (bis zu 100 mm Durchmesser) und unterschiedlicher Geometrien. Diese Flexibilität unterstützt ein breites Spektrum an Forschungsanwendungen und eine schnelle Versuchsanordnung. Forscher können ihre Experimente ohne aufwendige Anpassungen zügig anpassen, wodurch sich das System sowohl für die industrielle Entwicklung als auch für die akademische Forschung ideal eignet.

Inline-Messung und Oberflächenanalyse

Der TwinRoller-3000 vereint Inline-Drehmomentmessung, Reibungsüberwachung, akustische Erkennung und optische 3D-Prüfung, um Oberflächenveränderungen und Verschleiß während der Prüfung zu erfassen. Diese einzigartige Funktion bietet Echtzeit-Einblicke in die Rollkontaktermüdung und ermöglicht so eine frühzeitigere Erkennung von Oberflächenschäden sowie ein tieferes Verständnis der tribologischen Mechanismen.

Anwendung mit präziser servogesteuerter Last

Der TwinRoller-3000 zeichnet sich durch eine präzise, servogesteuerte Kraftaufbringung mit einem breiten Lastbereich von Nano- und Mikrokräften bis zu 8'000 N aus. Austauschbare Kraftmesszellen von 1 N bis 8.000 N ermöglichen präzise Prüfungen, die von empfindlichen Schmierungsuntersuchungen bis hin zu Hochlast-Rollkontakt-Ermüdungsexperimenten reichen, und gewährleisten dabei eine außergewöhnliche Messempfindlichkeit, Stabilität und Wiederholbarkeit.

Umgebungskontrolle

Mit dem TwinRoller-3000 lassen sich die Flüssigkeiten während des Tests erwärmen und kühlen. Das Gerät deckt einen Temperaturbereich von -35 bis 150 °C ab.

Mehr dazu

Warum sollte man ein Doppelwalzen-Tribometer verwenden?

Die Rollkontaktermüdung (RCF) ist ein häufiger Ausfallmechanismus bei rollenden mechanischen Bauteilen. Sie tritt auf, wenn Oberflächen wiederholten wechselnden Spannungsfeldern ausgesetzt sind, was zur Rissbildung und -ausbreitung führt, die schließlich zu Lochfraß, Abplatzungen oder Materialabtrag führen.

Das Ausmaß und der Mechanismus von RCF hängen von mehreren Faktoren ab, darunter die Reinheit des Schmiermittels, die Materialqualität, die Oberflächenrauheit und die Betriebsbedingungen.

Angesichts der rasanten Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen, Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen und modernen Getriebesystemen ist das Verständnis der Ermüdung bei Rollkontakt mittlerweile von entscheidender Bedeutung. Mit Hilfe von Doppelrollen-Tribometern können Ingenieure und Forscher reale Rollkontaktbedingungen simulieren und so dazu beitragen, vorzeitige Bauteilausfälle zu verhindern sowie die Zuverlässigkeit, Effizienz und Lebensdauer mechanischer Systeme zu verbessern.

Twin Roller Tester for rolling contact fatigue, friction, and wear testing.
Twin Roller Tester for evaluating rolling contact fatigue and wear under simulated operating conditions.

EV Tribologie und elektrochemische Impedanz

Integrierter Potentiostat und AC/DC-Stromquellen, die bei verschiedenen Gleit- und Rollversuchen Ströme im Bereich von Mikroampere bis zu mehreren Ampere liefern können. Diese Funktionen ermöglichen die Erzeugung benutzerdefinierter elektrischer Wellenformen sowie die Messung elektrochemischer Eigenschaften in Abhängigkeit von Gleitgeschwindigkeit, Belastung, Temperatur und Schmierregime. Da sich die Kontaktbedingungen von ohmschem zu kapazitivem Verhalten ändern, liefert die elektrochemische Impedanz direkte Einblicke in die Bildung und Dicke des Schmierfilms. Die daraus resultierenden Impedanzkarten ermöglichen eine präzise Identifizierung der Grenzen des Schmierregimes sowie des elektrischen Kontaktverhaltens bei Schmierstoffen für Elektrofahrzeuge, Lagern und Antriebskomponenten.

Testergebnisse des Doppelwalzen-Tribometers

Die Daten zeigen die Reibungskoeffizienten bei der Rollkontakt-Ermüdung eines beschichteten und eines unbeschichteten Rollversuchskörpers. Die Oberflächenbehandlungen wurden an einem einzigen Probekörper durchgeführt. Die Daten verdeutlichen die Verlängerung der RCF-Lebensdauer nach dem Aufbringen der thermischen Spritzbeschichtung.
Probe 1 – unbeschichtet
Beispiel 2 – Thermisches Spritzverfahren

  • 500 N Kraft
  • SRR von 0 bis 0,6
  • Temperatur 70 °C
Traction curve graph showing coefficient of friction COF versus sliding rolling ratio SRR for coated and uncoated surfaces – Rtec Instruments TwinRoller tribometer
Lastbereich5.000 N / 8.000 N (Ausführung für hohe Belastungen)
DrehmomentBis zu 60 Nm (bei 480 V)
Slide-Roll-Verhältnis (SRR)Unabhängig angetriebene Scheiben zur Erzielung von Gleit-Roll-Verhältnissen (SRR) zwischen -10.000 und +10.000 %.
Mitreißgeschwindigkeitbis zu 18 m/s (abhängig von der Größe der Rollen)
Temperaturbereich-35 °C bis 160 °C

Häufig gestellte Fragen

Ein Doppelwalzen-Tribometer wird zur Untersuchung der Rollkontakt-Tribologie eingesetzt, einschließlich Reibung, Verschleiß, Traktion und Rollkontakt-Ermüdung (RCF). Es simuliert die Kontaktbedingungen, wie sie in Lagern, Getrieben, Schienen-Rad-Systemen und Antriebssystemen vorkommen, und unterstützt Forscher dabei, Werkstoffe, Beschichtungen und Schmierstoffe unter realistischen Roll- und Roll-Gleit-Bedingungen zu bewerten.
Doppelrollensysteme können reinen Rollkontakt, reinen Gleitkontakt sowie Roll-Gleit-Kontakt nachbilden. Durch die Anpassung des Schlupfverhältnisses zwischen den beiden Rollen können Forscher reale mechanische Schnittstellen wie Zahnradkontakte oder Lagerlaufbahnen simulieren.
Rollkontaktermüdung tritt auf, wenn Oberflächen während des Rollkontakts wiederholten zyklischen Belastungen ausgesetzt sind. Im Laufe der Zeit lösen diese Belastungen Risse aus und lassen diese weiterwachsen, was zu Lochfraß, Abplatzungen oder Oberflächenversagen führt. RCF-Prüfungen helfen Ingenieuren dabei, die Lebensdauer und Zuverlässigkeit mechanischer Bauteile zu verbessern.
Doppelwalzen-Tribometer finden breite Anwendung in der Automobilindustrie, im Schienenverkehr, in der Luft- und Raumfahrt, in der Windenergie sowie in der Schmierstoffentwicklung. Sie sind besonders wertvoll für die Untersuchung von Rollkontakten in Antriebssträngen von Elektrofahrzeugen, Lagern, Getrieben, Turbinen und an den Schnittstellen zwischen Schiene und Rad.
Zu den wichtigsten Prüfparametern zählen Belastung, Drehzahl, Schlupfverhältnis, Temperatur und Schmierbedingungen. Moderne Systeme messen darüber hinaus das Drehmoment, den Reibungskoeffizienten, akustische Signale und den Oberflächenverschleiß und ermöglichen so eine umfassende tribologische Analyse.
Doppelwalzensysteme können eine Vielzahl von Werkstoffen prüfen, darunter Metalle, Beschichtungen, Keramiken und oberflächenbehandelte Bauteile. Forscher untersuchen häufig beschichtete Walzen, geschmierte Kontaktflächen, gehärtete Stähle und moderne tribologische Werkstoffe.
Die Reibung wird in der Regel mithilfe von Inline-Drehmomentsensoren gemessen. Diese Sensoren erfassen das an der Rollkontaktfläche entstehende Drehmoment und ermöglichen so eine präzise Berechnung der Traktions- und Reibungskoeffizienten bei Roll- oder Roll-Gleit-Versuchen.
Elektrofahrzeuge, Hochgeschwindigkeitszüge und moderne Getriebesysteme sind hohen Belastungen, hohen Geschwindigkeiten und komplexen Schmierbedingungen ausgesetzt. Doppelrollenversuche helfen Ingenieuren dabei, das Traktionsverhalten, die Schmierleistung und die Ermüdungsfestigkeit zu verstehen, wodurch die Effizienz gesteigert und ein vorzeitiger Ausfall von Bauteilen verhindert wird.
Ein Doppelrollentribometer dient speziell der Untersuchung von Roll- und Roll-Gleit-Kontakten, während sich viele Tribometer auf Gleitkontakte konzentrieren, wie beispielsweise bei Stift-auf-Scheibe-Versuchen. Doppelrollensysteme bilden reale mechanische Schnittstellen nach, wie sie in Lagern, Getrieben und Antriebssystemen vorkommen, und eignen sich daher ideal für Untersuchungen zur Ermüdung bei Rollkontakten sowie für Traktionsuntersuchungen.
Bei Traktionsversuchen wird die Reibungskraft gemessen, die unter geschmierten Bedingungen zwischen Rollflächen entsteht, häufig im elastohydrodynamischen Schmierbereich (EHL). Doppelwalzen-Tribometer werden häufig zur Untersuchung des Traktionsverhaltens in Zahnrädern, Lagern und Kraftfahrzeuggetrieben eingesetzt und tragen zur Optimierung von Schmierstoffformulierungen und Oberflächenwerkstoffen bei.
Ein Doppelwalzen-Tribometer nutzt zwei unabhängig voneinander angetriebene Walzen, um Rollkontaktflächen nachzubilden. Durch die Steuerung von Belastung, Geschwindigkeit, Schlupfverhältnis, Temperatur und Schmierung kann das System die tatsächlichen Betriebsbedingungen, wie sie bei Zahnradkontakten, Lagerlaufbahnen und Rad-Schiene-Kontaktflächen auftreten, präzise nachbilden.
Zu den typischen Messgrößen zählen der Reibungskoeffizient, die Zugkraft, der Verschleiß, die Lebensdauer bei Rollkontaktermüdung, das Drehmoment, akustische Signale sowie Oberflächenbeschädigungen. Hochentwickelte Systeme können zudem eine optische Oberflächenprüfung während des Betriebs integrieren, wodurch Forscher die Entstehung von Rissen, Lochfraß und Verschleiß im Verlauf des Experiments überwachen können.

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